Was tun bei Mundgeruch?

Ursachen von schlechtem Atem – und wie man ihn wieder los wird

Mundgeruch ist eine unangenehme Angelegenheit – nicht nur für den Betroffenen selbst. Denn oft leidet auch das soziale Umfeld mit. Dabei ist hin und wieder ein knoblauchhaltiges Essen wohl noch jedem zu entschuldigen. Chronischer Mundgeruch kann dagegen schnell zu einer echten Belastungsprobe werden.

Wir sind der Frage nachgegangen, wie Mundgeruch überhaupt entsteht – und was man dagegen tun kann.

Mundgeruch

(c) Georg Sander / Pixelio

Mögliche Ursachen von Mundgeruch

Bei Mundgeruch leiden die Betroffenen in den meisten Fällen (rund 90 Prozent) unter Störungen bzw. Problemen im Mund-, Nasen- oder Rachenraum – die oft angenommenen Magenprobleme sind dagegen eher selten der Grund. In seltenen Fällen kann Mundgeruch auch eine Folge der Einnahme bestimmter Medikamente sein, oder eben aufgrund von Erkrankungen des Verdauungssystems sowie anderen systemischen Gesundheitsbeschwerden entstehen.

Mundgeruch aufgrund einer gestörten Mundflora

Bei gesunder und ausgewogener Ernährung siedeln sich aerobe (auf Sauerstoff angewiesene) Bakterien in der Mundhöhle an. Sie verhindern die hemmungslose Vermehrung der anaeroben (ohne Sauerstoff lebenden) Fäulnisbakterien. Wenn jedoch im Mund- und Rachenraum ideale Lebensbedingungen fast ausschließlich für Fäulnisbakterien geboten werden, ziehen sich die aeroben Bakterien zurück. Das natürliche und gesunde Gleichgewicht der Mundflora ist zerstört und es kommt zu unangenehmem Mundgeruch. Die gleichen Voraussetzungen sind im Übrigen auch der Grundstock für eine Parodontitis.

Eiweißhaltige Nahrung – weniger ist mehr!

Eine falsche Ernährung, Alkohol, viel Kaffee und eine unzureichende Mundhygiene sind nur einige der negativen Faktoren, die gute Bedingungen für Fäulnisbakterien schaffen. Ein weiterer großer Faktor für ihre Verbreitung im Mund- und Rachenbereich ist der Verzehr von eiweißhaltiger Nahrung. Denn die Reste von Milchprodukten, Fleisch, Fisch oder Eiern bilden den idealen Nährboden für die anaeroben Fäulnisbakterien. In Kombination mit einer mangelhaften Mundhygiene vermehren sie sich sehr schnell und scheiden flüchtige Schwefelverbindungen aus, die den schlechten Atem erzeugen.

Mundgeruch aufgrund mangelnder Mundhygiene

Wenn Speisereste nach dem Essen nicht entfernt werden und diese stattdessen beginnen, sich in den Zahnzwischenräumen allmählich zu zersetzen, kann schlechter Atem entstehen. Wir empfehlen deshalb nach jeder Mahlzeit – oder mindestens morgens und abends für jeweils drei Minuten – gründlich die Zähne zu putzen. So beugen Sie zudem Zahnfleischentzündungen und/oder kariösen Läsionen (Karies) vor, die ebenfalls wieder zu Mundgeruch führen könnten.

Welche Maßnahmen helfen gegen Mundgeruch?

Wer bei (chronischem) Mundgeruch zu Mundspülungen oder Zahnpflegekaugummis greift, sorgt zwar kurzzeitig für Besserung, bekämpft aber nicht die eigentlich Ursache des Problems. Außerdem töten stark desinfizierende Mundspülungen nicht nur die unerwünschten Fäulnisbakterien ab, sondern auch die erwünschten aeroben Bakterien, die wir für eine gesunde Mundflora benötigen.

Wer sich nur auf die beiden genannten Hilfsmittel verlässt und die eigentliche Mundhygiene dagegen schleifen lässt, tut sich daher keinen Gefallen. Ganz im Gegenteil: Bei exzessivem (also deutlich übertriebenem) Gebrauch können sogar Nebenwirkungen wie Geschmacksbeeinträchtigungen oder eine Verfärbung der Zähne auftreten.

Zähne kontrollieren und Parodontitis behandeln lassen

Mit einer professionellen Zahnreinigung im Abstand von drei bis sechs Monaten lässt sich nicht nur Karies weit besser vorbeugen, als mit der häuslichen Mundhygiene allein. Auch Probleme und Erkrankungen wie Parodontitis, die zu Mundgeruch führen können, lassen sich mit der sogenannten PZR deutlich besser bekämpfen.

Eine regelmäßige Zahnkontrolle ist deshalb nicht nur im Sinne gesunder Zähne. Auch bei Mundgeruch lohnt sich der Gang zum Zahnarzt.

Die Zahnhygiene überprüfen – ist auch die Zunge sauber?

Zu Hause kann zudem jeder selbst zu seinem allzeit frischen Atem beitragen. Wer eine möglichst weiche Zahnbürste, Zahnseide für die Zahnzwischenräume und eine Zahncreme ohne überflüssige synthetische Bestandteile verwendet, ist auf einem guten Weg. Außerdem trägt die regelmäßige, gewissenhafte Reinigung der Zunge dazu bei, auch andere Beläge zu entfernen, die ebenfalls Mundgeruch entstehen lassen können – etwa auf der Zunge. Eine saubere Zunge ist rosa.

Gesunde Ernährung gegen Mundgeruch

Trotz der Einhaltung aller oben genannten Punkte, sollte zusätzlich natürlich auch auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Damit wird nicht nur die Darm- und Mundflora verbessert, sondern auch der Säurehaushalt im Körper ausgeglichen.

Basische Produkte wie Salate, Gemüse, Sprossen, Nüsse, Ölsamen sowie Vollkornprodukte gehören zu einer gesunden Ernährung deshalb einfach dazu. Wer koffeinhaltige Getränke und Alkohol durch gefiltertes Wasser oder Quellwasser ersetzt, trägt außerdem zu einem verbesserten Atem bei.

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Hinweis: Die hier gemachten Angaben dienen lediglich Ihrer allgemeinen Information und ersetzen keinesfalls eine fachkundige, medizinische Beratung oder Behandlung.