Wurzelspitzenresektion (Apektomie)

Spricht man von einer Apektomie, so ist die Entfernung einer Wurzelspitze des Zahnes gemeint. Sie wird deshalb häufig auch Wurzelspitzenresektion genannt. Diese endodontische Behandlungsmethode wird notwendig, wenn sich im Wurzelkanal Bakterien befinden. Über die Wurzelspitze können diese in das umliegende Knochengewebe gelangen und dort nicht schmerzhafte (= chronische) oder schmerzhafte (= akute) Entzündungen verursachen. Damit das Gewebe heilen und der Zahn erhalten bleiben kann, kann es nötig sein, die betroffene Wurzelspitze zu amputieren.

Vorkommen und Notwendigkeit

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb eine Apektomie notwendig werden kann. So muss zum Beispiel die Entfernung der Wurzelspitze in Betracht gezogen werden, wenn von vornherein eine alleinige konservative Therapie keine Erfolgsaussichten verspricht. Das ist oft dann der Fall, wenn die Entzündung sich weiter ausgedehnt hat oder anatomische Besonderheiten wie eine Wurzelkrümmung die Wurzelspitzenresektion erforderlich machen.

Behandlungsmethode

Bei einer konventionellen Wurzelkanalbehandlung erfolgt der Zugang zum Wurzelkanalsystem der Wurzelspitze durch die aufbereitete Zahnkrone hindurch. Im Gegensatz dazu erfolgt bei einer Wurzelspitzenresektion der Zugang zur Zahnwurzel von außen durch den Kieferknochen. Dabei werden ungefähr 3 mm der Wurzelspitze und des entzündeten Bereichs um die Wurzeln entfernt. Am Resektionsquerschnitt wird dann die Wurzelkanalfüllung auf Dichtigkeit überprüft, gegebenenfalls muss die Wurzelkanalfüllung erneuert oder eine weitere Füllung gemacht werden.

Erfolgsaussichten der Wurzelspitzenresektion

Statistisch bewegen sich die Erfolgsraten für eine vollständige Ausheilung des infizierten Bereiches durch eine Wurzelspitzenresektion bei etwa 50-60% der Fälle. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate dieser Zähne zeigt sogar signifikant schlechtere Ergebnisse. Das durch die Infektion erlittene Knochentrauma und die Auflösungserscheinungen des Knochens im Bereich der Wurzelspitze heilen oftmals nicht vollständig aus. Da zusätzlich während des Eingriffes die äußere Knochenwand vom Operateur entfernt wird, sieht man in einer Reihe von Fällen die Apektomie kritisch.

Heilt der Defekt nicht vollständig aus, steht der Nutzen des Eingriffes nicht im Verhältnis zum Risiko und verschlechtert in den meisten Fällen den Knochenheilungsprozess nach einer Extraktion. So kann bei einer geplanten Implantation dann das entsprechende Knochenlager fehlen. Mit der Folge, dass dieses erst mühsam und aufwändig wieder hergestellt werden muss, um das Implantat zu fixieren.

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