Parodontitis (Parodontose) – Zahnfleischentzündung

Der Begriff Parodontitis setzt sich aus den griechischen Wörtern für „neben“ (paro), „Zahn“ (dens) und „Entzündung“ (itis) zusammen. In der Zahnmedizin wird damit eine bakteriell bedingte Entzündung des Zahnhalteapparates bezeichnet. Heutzutage zählt die Parodontitis zu einer der am weitesten verbreiteten „Volkskrankheiten“: Zahlreichen Studien zufolge verlieren Über-Vierzigjährige mehr Zähne durch Parodontitis als durch Karies.

Begriffsentwicklung – von Parodontose zur Parodontitis

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde zunächst die Parodontose als Sammelbegriff für alle Erkrankungen des Zahnbettes eingeführt. Ab etwa Mitte des 20. Jahrhunderts wurde jedoch zwischen Parodontitis und Parodontose unterschieden. Dies entspricht der allgemein in der Medizin gebräuchlichen Definition, in der die Endung ‚-itis‘ für entzündliche und die Endung ‚-ose‘ für atrophische (Gewebsschwund-) Prozesse steht. Der im Volksmund fest verankerte Begriff Parodontose hat medizinisch deshalb heute nur noch historische Bedeutung.

Entstehung von Parodontitis

Die Parodontitis wird durch bakterielle Plaque (Zahnbelag) ausgelöst, welcher bakterielle Stoffwechsel- und Zerfallsprodukte freisetzt. Daraufhin reagiert der Körper mit verschiedenen Abwehrreaktionen, bei denen das Immunsystem eine tragende Rolle spielt. Es versucht, die Bakterien mit der Bildung von Enzymen zu zerstören.

Das Problem dabei: Die Enzyme führen auch zu einer Zerstörung des eigenen Gewebes, was letztlich das Bindegewebe und den Knochen schwinden lässt. Das Ergebnis der Reaktion auf die Bakterien sind Zahnfleischbluten, Taschenbildung, Zahnfleischschwund und schließlich Lockerung und Verlust der Zähne.

Risikofaktoren

Obwohl das Immunsystem und die Anwesenheit bestimmter Bakterien die Hauptrolle bei der Entstehung einer Parodontitis spielen, gibt es einige Risikofaktoren, die zusätzlich zur Entstehung einer Parodontitis beitragen können.

Diese sind unter anderem:

  • schlechte oder falsche Mundhygiene
  • genetische Veranlagung
  • Tabakkonsum (vier- bis sechsfach höheres Risiko)
  • Diabetes
  • Schwangerschaft (hormonelle Umstellung)

Verlauf einer Parodontitis-Erkrankung

In den meisten Fällen ist der Krankheitsverlauf chronisch und durch ein schubweises Auftreten gekennzeichnet. Die Erkrankung tritt vorwiegend bei Erwachsenen auf, ist nur selten schmerzhaft bleibt deshalb oft über Jahre unbemerkt. Da die Entzündungen in den Tiefen der parodontalen Taschen fortschreiten, ist eine Diagnose ohne zahnärztliche Hilfsmittel für Betroffene schwierig.

Folgende Anzeichen können auf eine Erkrankung des Zahnhalteapparats hindeuten und sollten vom Zahnarzt abgeklärt werden:

  • Zahnfleischbluten
  • Rötungen, Schwellungen und Berührungsempfindlichkeit des Zahnfleisches
  • Mundgeruch
  • Eiterbildung am Zahnfleisch
  • Zahnfleischrückgang („die Zähne scheinen länger zu werden“)
  • Zahnlockerung

Vorbeugende Maßnahmen

Um einer Parodontitis vorzubeugen, sollte neben dem eigentlichen Zähneputzen mit der Zahnbürste auf eine Zahnzwischenraumpflege mit Zahnseide und eine Entfernung von Belägen auf dem Zungenrücken geachtet werden.

Bei regelmäßigen Kontrollen durch den Zahnarzt in Verbindung mit einer professionellen Zahnreinigung alle drei bis sechs Monate können Putznischen gesäubert und Hilfestellungen bei der häuslichen Mundhygiene gegeben werden.

Bei erhöhtem Risiko, zum Beispiel durch Schwangerschaft oder starken Stress, können die Prophylaxe-Intervalle beim Zahnarzt verkürzt werden, um frühestmöglich auf Veränderungen des Parodonts reagieren zu können.

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