Bakteriämie

In der Mundhöhle wimmelt es nur so vor Mikroorganismen: In einem Milliliter Speichel hausen rund eine Milliarde Bakterien. Die winzigen Bewohner der Mundhöhle sind bei einem gesunden Menschen zwar kein Anlass zur Sorge. Allerdings bringen sie bei einem zahnmedizinischen Eingriff bestimmte Risiken mit sich: Dann können sie aus dem Speichel in die Blutbahn gelangen, sich vermehren und in den Organen ansiedeln. Schlimmstenfalls droht eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis).

Diese Schwemme von Bakterien im Blut, in der Fachsprache: Bakteriämie, trifft vor allem Patienten mit geschwächtem Abwehrsystem oder einer ausgeprägten Herz-Kreislauf-Erkrankung. Allerdings belegen aktuelle Studien auch, dass die Gefahr eines solchen Bakterien-Infekts beim normalen Zähneputzen überraschenderweise noch höher ist als zum Beispiel beim Zähneziehen. Der Grund: Das Reiben der Bürste am Zahnfleisch kann kleine Verletzungen verursachen, die den Bakterien Schlupflöcher in die Blutbahn öffnen.

Doch auf die häusliche Zahnpflege zu verzichten, wäre genau der falsche Schritt: Je schlechter die Mundhygiene, umso mehr Bakterien – und umso größer die Wahrscheinlichkeit einer Bakteriämie. Stattdessen sollten sich gefährdete Patienten mit deutlich geschwächtem Abwehrsystem ärztlich beraten lassen. In vielen Fällen kann eine langfristige Antibiotikaprophylaxe das Bakteriämierisiko verringern.

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